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Afghanistan

Drei Jahrzehnte Krieg und ausländische Besetzung haben in Afghanistan deutliche Spuren hinterlassen: Heimische Wirtschaft und Infrastruktur liegen am Boden, rund 1,5 Millionen Einwohner wurden getötet, mehrere Millionen vertrieben. Zurückgeblieben sind viele Witwen und Waisen.

Das landwirtschaftlich geprägte Afghanistan zählt es zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Eine gute Ernährung und medizinische Betreuung sind für viele Einwohner ein Luxus. Gerade in den äußerst bergigen Landesteilen ist die Versorgung der Bevölkerung auch ein logistisches und infrastrukturelles Problem. Viele Straßen sind zerstört oder in einem sehr schlechten Zustand. Hier ist - trotz und gerade wegen der unsicheren politisch-militärischen Lage - dringend internationale Hilfe gefordert.

Besonders dramatisch ist die Situation der Mädchen und Frauen: Unter der früheren islamistischen Taliban-Regierung waren ihnen Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt. Diesem Erbe ist es zu verdanken, dass heute fast 90 Prozent aller afghanischen Frauen weder lesen noch schreiben können. Bei den Männern beträgt die Analphabetenrate immerhin noch über 50 Prozent.

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