Bangladesch ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Über 1000 Einwohner drängen sich auf einem einzigen Quadratkilometer – so viele, wie in keinem anderen Flächenstaat der Welt. Rechnerisch stehen jedem der über 160 Millionen Menschen nur etwa 1500 US-Dollar jährlich zur Verfügung (in Deutschland weit über 35.000). So gering ist das kaufkraftbereinigte Bruttonationaleinkommen, das das Land erwirtschaftet. Bedenkt man zudem das große Wohlstandsgefälle im Land, reicht dies für den Einzelnen nur knapp zum Überleben.
Besonders dramatisch wird die Lage in Bangladesch, wenn das Land von Naturkatastrophen heimgesucht wird. Das ist im Zuge der allgemeinen Klimaveränderung leider immer häufiger der Fall. Wirbelstürme, übermäßige Monsum-Regenfälle und Fluss-Staudämme führen im Mündungsgebiet der Ströme Ganges und Brahmaputra zu heftigen Überschwemmungen. Der größte Teil von Bangladesch liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und wird schnell von den Fluten begraben. Das kostet Menschenleben und vernichtet Reisernten.
Verschäft wird die Überbevölkerung durch ein anhaltend hohes Bevölkerungswachstum. Weder das Gesundheits- noch das Bildungssystem kann diese Menschen angemessen versorgen. Knapp die Hälfte sind Analphabeten. Die Landeshauptstadt Dhaka zählt schätzungsweise 12 Millionen Einwohner, von denen die meisten in Elendsvierteln leben.