Wie kaum ein anderes Land wurde die Demokratische Republik Kongo (früher Zaire) in den letzten Jahrzehnten von Mord und Krieg heimgesucht.
Von 1965 bis 1997 regierte der Diktator Joseph Mobutu das Land. Unter seinem blutigen Erbe leidet Kongo bis heute. An die Ära Mobutu schloss sich der so genannte Kongokrieg an, bei dem nach manchen Schätzungen weit über fünf Millionen Menschen zu Tode kamen. Wichtigster Kriegsgrund ist der Kampf um die reichen Bodenschätze im Osten und Süden des Landes. Die einfache Bevölkerung profitiert kaum von den großen Vorkommen an Kupfer, Coltan, Gold, Diamanten und anderen wertvollen Mineralien.
Politische Instabilität, völlig marode Wirtschaft und Infrastruktur sowie Korruption sind die wesentlichen Ursachen für die verzweifelte Lage, in der sich die Mehrzahl der über 60 Millionen Einwohner befindet. Die Ernährungslage ist schlecht, Armutsrate und Kindersterblichkeit sind extrem hoch. Ein Drittel der Einwohner sind Analphabeten, die mittlere Lebenserwartung liegt unter 50 Jahren.