Eritrea ist eines der ärmsten Länder weltweit und liegt in einer politisch instabilen Region. Bedrohlich ist der schwelende Konflikt mit Äthiopien, das die international bestätigte zwischenstaatliche Grenze nicht akzeptiert.
Hintergrund der blutigen Auseinandersetzungen ist die gemeinsame Geschichte beider Staaten: Knapp drei Jahrzehnte war Eritrea - gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit - eine äthiopische Provinz, bis der Unabhängigkeitskampf Eritreas erfolgreich war. Wie alle Kriege hatte auch dieser Konflikt negative Auswirkungen für die Ökonomien beider Länder und für die dringend notwendige Armutsbekämpfung.
Die meisten Menschen in Eritrea müssen mit weniger als einem US-Dollar täglich ihr Überleben sichern. Trotz eines stark unterentwickelten Gesundheitswesens stieg die durchschnittliche Lebenserwartung bis zum Jahr 2008 (letzte verfügbare Daten) immerhin auf 60 Jahre. Auch die Gesundheitsaufklärung mit dem Ziel, die weit verbreitete Frauenbeschneidung einzudämmen, erzielte gewisse Fortschritte.
Mangels statistischer Erhebungen lässt sich die Zahl der Analphabeten in Eritrea allenfalls grob schätzen. Sie dürfte zwischen einem Drittel und der Hälfte der Bevölkerung liegen. Eine Erschwernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes ist das hohe Bevölkerungswachstum von über drei Prozent auf mittlerweile fast fünf Millionen Einwohner.