Eine Hungerhilfe hat zwei Seiten: zum einen die Krisenintervention bei Dürren und anderen Hungerkatastrophen, zum anderen die vorausschauende Ernährungssicherung.
Nach groben Schätzungen leiden weltweit mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger. Über die Hälfte von ihnen lebt in Asien, über 250 Millionen in Afrika. Aber selbst in den Industrienationen sind die ärmsten Bevölkerungsschichten teilweise von Hunger betroffen. Im Jahr 2007 verhungerten auf der Erde etwa neun Millionen Menschen, gut die Hälfte davon waren Kinder. Diese Zahl variiert von Jahr zu Jahr stark, in Abhängigkeit von Zahl und Ausmaß aktueller Hungersnöte.
Eine primäre Aufgabe der Hungerhilfe besteht darin, ausreichend Nahrungsmittel und Trinkwasser zu den Hungernden zu bringen. Dies beinhaltet die Beschaffung der Lebensmittel und ihren Transport. Da viele Hungergebiete der Welt sehr abgelegen sind und über eine mangelhafte Verkehrsinfrastruktur verfügen, ist die Beförderung ein große logistische Aufgabe. Häufig ist eine Versorgung der Bevölkerung nur aus der Luft möglich.
Eine nachhaltige Hungerhilfe beschränkt sich nicht auf eine Krisenbewältigung, sondern versucht außerdem die einheimische Bevölkerung in die Lage zu versetzen, künftige Nahrungskrisen zu vermeiden. Aufgaben sind hier zum Beispiel die Verbesserung von Anbaumethoden, die Einführung ertragreicheren Saatguts, die Anlage neuer Brunnen und die Weiterbildung der Landbevölkerung. Etwa 70 Prozent der hungernden Menschen leben auf dem Lande.
Eine wichtige Ursache für den Hunger kann die klassische Hungerhilfe nicht beseitigen: Viele Menschen in Stadt und Land sind einfach zu arm, um die eigentlich vorhandenen Nahrungsmittel zu kaufen. Hier sind zusätzliche Maßnahmen und Hilfsprojekte gefordert.
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