Indien ist eines der klassischen Ziele deutscher Entwicklungs- und Spendenpolitik. Obgleich die Bekämpfung des Hungers in Indien in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Fortschritte gemacht hat, haben die über eine Milliarde Menschen des “Subkontinents” noch immer mit vielen Problemen zu kämpfen. Der Hilfsbedarf ist weiterhin sehr hoch.
Nach Schätzungen ist rund ein Viertel der schnell wachsenden Bevölkerung unter- oder fehlernährt. Vor allem auf dem Land, aber auch in den Slums der Mega-Städte wie Kalkutta und Bombay (Mumbai), sind viele Einwohner zu arm, um sich gesunde und ausreichende Nahrungsmittel kaufen zu können. Verschärft wird die Lage, wenn einmal die Monsunregenfälle zu spärlich ausfallen – oder wenn zu viel Regen fällt und zu Überschwemmungen führt.
In vielen ländlichen Regionen liegt die Analphabetenrate über 50 Prozent. Auch die gesundheitliche Versorgung ist hier vielfach mangelhaft, sodass Seuchen wie Cholera oder Tuberkulose ausbrechen können. Allgemein benachteiligt werden in Indien die Angehörigen niedriger Kasten (Unberührbare) sowie Mädchen und Frauen. Sie haben oft einen schlechteren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung und benötigen daher eine besondere Unterstützung.