Ein jahrelanger, blutiger Bürgerkrieg hat im westafrikanischen Liberia ein wirtschaftliches und soziales Chaos hinterlassen.
Die jüngste Geschichte Liberias ist vergleichbar mit derjenigen des Nachbarstaats Sierra Leone. Seit 1989 standen sich in Liberia verschiedene bewaffnete Parteien gegenüber, unter anderem unter der Führung des berüchtigten Kriegsherrn Charles Taylor. Nach Schätzungen soll eine Viertelmillion Liberianer bei den Kämpfen umgekommen sein, etwa eine Million wurden vertrieben und flüchteten innerhalb des Landes oder über die Staatsgrenzen hinweg. Ein extrem hoher Anteil, bedenkt man, dass Liberia nur nur rund vier Millionen Einwohner hat.
Die Folgen dieses im Jahr 2003 offiziell beendeten Bürgerkriegs sind noch immer dramatisch. Fast niemand hat Arbeit bzw. Einkommen, die medizinische Versorgung ist faktisch zusammengebrochen, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur 45 Jahre. Gewaltverbrechen sind fast an der Tagesordnung. Besonders hart trifft es die Kinder: Etliche waren als Kindersoldaten im Einsatz und haben psychische Schäden erlitten, die Kindersterblichkeit ist in den letzten Jahren gesunken, beträgt aber noch immer deutlich mehr als 10 Prozent.