Ein hohes Wohlstandsgefälle zwischen Stadt und Land weist der Himalaya-Staat Nepal auf. Die meisten der 85 Prozent Landbewohner leben in großer Armut. Das Bruttoeinkommen pro Einwohner beträgt in Nepal nur 350 Euro.
Kaum ein anderes Land der Welt hat einen vergleichbar niedrigen Industrialisierungsgrad. Rund 80 Prozent der Bewohner fristen mit der archaischen Landwirtschaft ihr kärgliches Auskommen. Auch Kinderarbeit ist in Nepal weit verbreitet. Wie für ein Entwicklungsland typisch, gibt es mit fast 50 Prozent einen hohen Anteil Analphabeten.
Für Chancenungleichheit sorgt zudem das Kastensystem, das dem indischen vergleichbar ist. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung gehören einer unteren, benachteiligten Kaste an. Wenigstens die politische Lage scheint sich nach zwölfjährigem Bürgerkrieg zu stabilisieren: Die maoistische Opposition hat einen Friedensvertrag unterzeichnet, außerdem wurde 2008 die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen.