Armes reiches Nigeria: Misswirtschaft und Korruption lassen die Gewinne versickern, die der OPEC-Staat durch die Ölförderung erzielt.
Nigeria ist der sechstgrößte Ölproduzent der Welt. Allerdings kommen die Einnahmen aus dem “Schwarzen Gold” nur einer reichen Minderheit zu Gute. In den Hauptfördergebieten im Nigerdelta kommt es immer wieder zu Unruhen, da Rebellen die Ölförderung sabotieren, Geiseln nehmen und so einen Anteil an den Gewinnen erpressen.
In dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas leben schätzungsweise 150 Millionen Menschen. Die meisten Menschen ernähren sich, mehr schlecht als recht, von der eigenen Landwirtschaft. Rund zwei Drittel leben unterhalb der Armutsgrenze. Gut bezahlte Jobs sind kaum zu bekommen - wer kann, beteiligt sich an der weit verbreiteten Korruption.
Trotz hoher Einschulungsraten sind fast ein Drittel der Nigerianer Analphabeten, da die Schulen schlecht ausgestattet und die Lehrer unterbezahlt sind. Außerdem fehlt es an einem staatlichen Gesundheitssystem, sodass vor allem die Landbevölkerung medizinisch unterversorgt und Epedemien schutzlos ausgeliefert ist.