Das westafrikanische Sierra Leone gilt als ärmstes Land der Welt. Ein zehnjähriger, 2002 beendeter Bürgerkrieg hat dem Land und seinen Menschen schwere Wunden zugefügt.
Während des Bürgerkriegs wurden zahlreiche Menschen getötet oder verstümmelt. Außerdem setzten beide Kriegsparteien - Regierung und Rebellen - im Kampf Kindersoldaten ein. Den beiteiligten Kindern ist nicht nur körperlicher, sondern auch schwerer psychischer Schaden entstanden.
War die Wirtschaft Sierra Leones schon früher nicht weit entwickelt und beruhte hauptsächlich auf Bergbau und Landwirtschaft, hat sie im Krieg einen weiteren Rückschlag erlitten. Die Einwohner finden kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt nur bei 260 US-Dollar.
Auch um Gesundheit und Bildung ist es in Sierra Leone schlecht bestellt: Zwei Drittel der Menschen sind Analphabeten, Malaria-Infektionsrate und Kindersterblichkeit so hoch wie kaum anderswo auf der Welt, sauberes Trinkwasser und medizinische Einrichtungen sind Mangelware. Die Lebenserwartung liegt lediglich bei 43 Jahren (in Deutschland dagegen bei 80 Jahren).